«Ein buddhistischer Mönch ist auf der Flucht vor einem hungrigen Tiger. Er rennt um sein Leben und kommt an einen tiefen Abgrund. Springen wäre zu gefährlich, also entscheidet er sich für das Herunterklettern, was mühselig ist.
Auf halber Höhe richtet er seinen Blick nach unten und entdeckt dort ebenfalls einen hungrigen Tiger. Sein Blick wandert von dem hungrigen Tiger, welcher sich über ihm befindet, zum dem hungrigen Tiger unter ihm. Er ist sehr verzweifelt, zumal er bemerkt, dass der Strauch, an dem er sich festhält, auch nicht der Stabilste ist.
In seiner Verzweiflung dreht er seinen Kopf nach rechts. Er entdeckt direkt neben sich eine grosse reife Erdbeere und isst sie mit Genuss!» (Quelle unbekannt)
Die beiden Tiger und Andreas
Letzte Woche sendete ein Freund (ich nenne ihn hier Andreas) einen Hilferuf aus: Es sah ganz so aus, dass er seinen Arbeitsplatz verlieren würde. Auslöser waren unter anderem Gelegenheitsberührungen seiner Vorgesetzten, auf die er sie ansprechen wollte. Zwischen den beiden existiert zudem schon längere Zeit so etwas wie Hass-Liebe. Andreas unterschätzte, dass daraus eine grosse Geschichte wurde: Einbezug des obersten Chefs, Information aller Mitarbeitenden, Gespräche nur noch mit Zeugen und Auftrag, eine schriftliche Stellungnahme abzugeben. Als mein Freund am Freitagmorgen vor die Tatsache gestellt wurde, dass er bis zum Abend alle noch offenen Berichte abliefern musste und anschliessend für zwei Wochen beurlaubt war, schien alles klar.